Neuer Höhenflug: Warum die Dachklimaanlage weichen muss und Solar Platz greift!
- juliadonner
- 30. Okt. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Nov. 2024
Weniger ist mehr...naja ob man das über ein 12 meter Reisebus sagen kann?

Auf unserer aufregenden Reisebus-Wohnmobil-Umbauexpedition stießen wir auf eine Entscheidung, die nicht nur Platz schuf, sondern auch das Gewicht unseres rollenden Zuhauses erheblich reduzierte. Unsere eins stolze Dachklimaanlage.
Die Dachklimaanlage war zweifellos ein Komfortwunder, dass einst für Mitfahrende den Raum im Sommer kühl hielt. Doch mit dem Fortschreiten des Ausbaus wurde uns klar, dass dieser Luxus auch seine Nachteile hatte. Die Dimensionen der Klimaanlage waren einfach zu groß und das Gewicht zu hoch.
Mehr Platz und Gewicht für wichtigere Dinge
Wir entschieden uns also dazu, die Klimaanlage zu demontieren, um Platz und Gewicht für wichtigere Dinge zu gewinnen.
Der Platzaspekt war unmittelbar spürbar. Durch das Entfernen der Dachklimaanlage schufen wir nicht nur eine ästhetischere Dachlandschaft, sondern eröffneten auch Raum für kreative Ergänzungen.
Für was soll man denn Platz auf dem Dach benötigen?

Dieser Freiraum ermöglichte uns, Platz für leistungsstarke Solarpaneele zu schaffen, die nun das Dach zieren und uns mit nachhaltiger Energie versorgen. Diese umweltfreundliche Entscheidung war nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich, da sie uns unabhängiger von herkömmlichen Energiequellen macht. Mit einem zuverlässigen Solar-Laderegler und
einer leistungsfähigen Bordbatterie können wir den erzeugten Strom direkt nutzen oder für später speichern – ideal für lange Standzeiten an abgelegenen Orten.
Da wir nicht unbedingt zu den Campern gehören, die regelmäßig auf Camping- oder Stellplätzen übernachten, sondern lieber frei stehen, ist diese Ausstattung für uns ein echter Gewinn. Unser System mit hochwertigen Solar-Montagehalterungen sorgt dafür, dass alles stabil und wetterfest auf dem Dach installiert ist. So können wir auch weit abseits der Zivilisation die Nähe zur Natur genießen, ohne auf Energie zu verzichten.
Wahrscheinlich zieht es uns deswegen meist nach Skandinavien.

Und gerade da ist es einfach von Vorteil, komplett autark zu sein und nicht von einem Stromstecker auf einem Campingplatz abhängig zu sein. Jedoch muss man auch sagen das die Wohnmobilinfrastruktur in Skandinavien, im Gegensatz zu Deutschland schon ziemlich gut ausgebaut ist. Aber darüber würden wir an anderer Stelle nochmal etwas mehr drauf eingehen.
Aber wieso der ganze Aufwand?
Das Gewicht der Dachklimaanlage hatte nicht nur Auswirkungen auf den Treibstoffverbrauch, sondern auch auf die Handhabung des Busses. Der Verzicht auf das zusätzliche Gewicht verbessert die Fahrdynamik, was besonders auf kurvenreichen Straßen und steilen Anstiegen spürbar wurde. Weniger Gewicht bedeutet auch mehr Flexibilität, wenn es darum geht, zusätzliches Reisegepäck mitzunehmen, ohne die Belastungsgrenze zu überschreiten, wobei wir bei unserem Bus dabei weniger das Problem haben.
Wie haben wir die Dachklimaanlage runter bekommen?

Ich muss wirklich sagen, dass das Demontieren dieses Geschosses gar nicht so schwer war wie vorher gedacht. Wir haben uns solange davor gedrückt, weil es einfach ein fremdes Terrain war.
Aber gut, dieses Ding baut sich ja nicht von allein ab. Wir hatten uns vorher Gedanken darüber gemacht, ob wir die Dachklimaanlage verkaufen wollen oder ob sie irgend jemand gebrauchen könnte. Aber uns war sehr schnell klar, dass wir sie nicht mehr brauchten und das Ding einfach weg sollte.
Von daher konnten wir die Klimaanlage wie ein Puzzle auseinander schrauben, mit unserem robusten Schraubendreher-Set, flexen und schlagen. Dabei hatten wir großartige Hilfe und Unterstützung von Freunden, die teilweise auch mit ihren eigenen hochwertigen Akkuschraubern und Multifunktionswerkzeugen angereist sind, um uns zu unterstützen!
Die gesamte Verkleidung war relativ schnell vom Dach. Als es dann jedoch an die schweren Kondensatoren ging, wurde es anspruchsvoller. Mit einer hochwertigen Flex-Säge für Metall konnten wir das Material so gut es ging abtrennen, doch letztlich mussten die Kondensatoren als Ganzes herunter. Ohne eine stabile Leiter mit Sicherheitsstand und solide Arbeitshandschuhe hätten wir dabei nicht so präzise und sicher arbeiten können.
Alles in allem konnten wir die meisten Bauteile ohne große Probleme vom Dach schrauben. Nur einige wenige Komponenten waren so fest miteinander verbunden, dass sie vollständig demontiert werden mussten. Um dabei die Übersicht zu behalten, haben wir einen Werkzeugkoffer mit Organizer verwendet, der das nötige Equipment bereithielt und Ordnung ins Projekt brachte.
Am Ende des Tages konnten wir alles in unseren Hänger laden und zum Schrotthändler bringen und waren bereit für die nächste Etappe unseres Umbaus!

Aber was war dann?
Da ich die Löcher nicht einfach offen lassen konnte, habe ich direkt gehandelt und ein paar Tage später passgenaue Bleche (verzinkt) in den korrekten Maßen besorgt. Damit diese langfristig halten, habe ich die Dachfläche zunächst gründlich gereinigt. Der alte Kleber und Schmutz von der Klimaanlage musste vollständig entfernt werden, damit das neue Material wirklich gut haftet. Dafür haben wir eine effektive Reinigungslösung für Metalle und robuste Schleifpads verwendet, um die Oberfläche optimal vorzubereiten.
Ich wollte die Bleche nicht nur „irgendwie“ aufbringen, sondern sicherstellen, dass die Konstruktion hält und dauerhaft dicht bleibt. Mit hochwertigem Sikaflex-Kleber und zusätzlichen starken Blechschrauben sowie einer soliden Nietenpistole haben wir die Bleche sicher befestigt. Der Einsatz dieser Werkzeuge garantiert, dass die Bleche nicht nur stabil haften, sondern auch den unterschiedlichsten Wetterbedingungen standhalten.
Die Kombination aus Kleber, Nieten und Schrauben hat die Dachöffnung perfekt abgedichtet, und unser Ausbauprojekt konnte ohne Sorge um das Wetter weitergehen!

Am Ende stellte sich die Dachreparatur als größerer Aufwand heraus, als ursprünglich gedacht. Zunächst waren die richtigen Materialien und die sorgfältige Vorbereitung entscheidend.
Vom akkuraten Vermessen über die Reinigung der Fläche bis zum passgenauen Anbringen der neuen Bleche war jeder Schritt ein kleines Projekt für sich. Aber die Mühe hat sich gelohnt: Die beiden neuen Blechstücke sind stabil und sicher mit Kleber, Nieten und Schrauben befestigt – sie liegen fest auf und sind speziell gegen Vibrationen geschützt.
Nun ist das Dach endlich vollständig wasserdicht und bereit für die Herausforderungen auf der Straße!
Unsere Bauplane, die uns während der Arbeiten vor plötzlichem Regen geschützt hat, konnten wir zufrieden zusammenrollen und im Kofferraum verstauen. Jetzt, da das Dach gesichert ist, steht dem nächsten Schritt unseres Camper-Ausbaus nichts mehr im Weg. Das Gefühl, in einem selbstgebauten und gut geschützten Zuhause auf Rädern unterwegs zu sein, ist einfach unschlagbar –
und genau darum geht es uns auf dieser Reise!




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